| Die Bindung der Familie Eltz an Kroatien besteht schon seit mehreren hundert Jahren: Philipp Karl zu Eltz (1665 bis 1743), der Reichs-Erzkanzler und Kurfürst von Mainz, kaufte dort im Jahre 1736 für 175 000 Gulden die Herrschaft Vukovar an der Donau im kroatischen Ostslawonien.
Der sehr große Besitz war lange Zeit wenig ertragreich. Fortwährende Bedrohung durch die Türken, marodierende Truppen, Räuber und vor allem die dem Grundherrn obliegende Verwaltung (Gerichtswesen, Schulen, Gesundheitswesen, Brücken- und Straßenbau und öffentliche Sicherheit) kosteten mehr als der Zehnte erbrachte. |
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Erst durch die Bauernbefreiung im Jahre 1848 bot sich die Gelegenheit zum Ausbau des Gutes. Zwar war der Besitz um zwei Drittel verringert worden, aber gleichzeitig entfielen auch für den Gutsherrn die finanziellen Verpflichtungen gegenüber der Öffentlichkeit.
Durch großflächige Entwässerung und den Einsatz neuer Anbau- und Tierzuchtverfahren gelang es dann schließlich dem Grafen Karl zu Eltz (1823 bis 1900), den Besitz zu einem Musterbetrieb zu gestalten.
Vukovar war bis zur gewaltsamen Vertreibung 1944 der Hauptwohnsitz des gräflichen Zweigs der Familie Eltz vom Goldenen Löwen. In diesem Jahr enteignete das kommunistische Regime entschädigungslos den gesamten Besitz mit allen Flächen, Gebäuden und Einrichtungen. Nur wenige Erinnerungsstücke konnten gerettet werden. Seitdem lebt die Familie Eltz im Eltzer Hof in Eltville am Rhein.
Mit der Unabhängigkeit Kroatiens 1990/91 zog der Seniorchef des Hauses, Jakob Graf zu Eltz, wieder in seine alte Heimat zurück und wurde Mitglied des kroatischen Parlaments in Zagreb. Das Schloß in Vukovar sowie die Stadt mit ihren hunderten noch aus dem 18. Jahrhundert stammenden Häuser wurden 1991 durch die Serben bis auf die Grundmauern zerstört.